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Bad Blankenburg (IDEA) – Der Beauftragte der Evangelischen Allianz in Deutschland beim Deutschen Bundestag und der Bundesregierung in Berlin, Uwe Heimowski (Gera), wird die Allianz im kommenden Jahr verlassen. Das teilte der 58-Jährige auf der Mitgliederversammlung in Bad Blankenburg (23.–24. September) mit. Heimowski hatte das Amt 2016 von Wolfgang Baake (Wetzlar) übernommen. Wie Heimowski der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, steht der genaue Zeitpunkt für den Abschied noch nicht fest.
Ein Grund dafür sei seine gesundheitliche Situation. Von seinem Herzinfarkt vor zwei Jahren habe er sich zwar sehr gut erholt, doch die Geschwindigkeit des Politikbetriebs und die vielen thematischen Auseinandersetzungen seien belastend. Jetzt ziehe es ihn in eine Aufgabe abseits des Politikbetriebs. Er wünsche sich eine Aufgabe, „die in konkrete Projekte mündet, in denen konkreten Menschen geholfen wird“.
Heimowski: Allianz ist in Berlin eine wahrnehmbare Größe
Ihm zufolge hat sich das politische Berlin in den vergangenen Jahren stark verändert. Der Krisenmodus sei seit 2015 zum Normalzustand geworden: „Es ist enorm, was die Parlamentarier leisten, und doch gibt es eine spürbare Entfremdung vieler Bürger – auch von Christen – gegenüber der Politik. Viele Entscheidungen sind sehr kurzfristig und nicht immer nachzuvollziehen.“ Die Allianz sei seiner Wahrnehmung nach eine feste Größe in Berlin geworden: „Wir sind in regelmäßigem Austausch mit den anderen Kirchen, konnten vielen christlichen Werken und Initiativen Türen öffnen – da bewährt sich die Evangelische Allianz als Netzwerk.“
Ein „sichtbarer Erfolg“ sei die Einführung des Beauftragten der Bundesregierung für internationale Religionsfreiheit gewesen. Bei vielen Themen von Flüchtlingspolitik über Menschenhandel oder Lebensschutz bis zu Corona-Maßnahmen habe die Allianz im Hintergrund Gespräche geführt, und „unsere Stimme ist in Entscheidungen eingeflossen“. Gleichzeitig müsse er akzeptieren, dass manche Entscheidungen „leider gar nicht in unserem Sinne gefällt wurden“. Ein Beispiel sei, so Heimowski, die Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibung (§ 219a StGB) oder die vielen Ablehnungen der Asylanträge von Konvertiten. Positiv beurteile er es, dass sich an vielen Orten Gebetsgruppen gebildet hätten, die für Politiker beteten. Heimowskis Vorgänger Baake war von 1999 an ehrenamtlich und ab 2014 hauptamtlich Beauftragter der Allianz in Berlin.
Heimowski machte eine Ausbildung als Erzieher und studierte dann Theologie. Ab 2001 war der verheiratete Vater von fünf Kindern Gemeindereferent der baptistischen Gemeinde „G26“ im thüringischen Gera. Von 2009 an war er mit einer halben Stelle auch Wissenschaftlicher Mitarbeiter des damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Heinrich (Chemnitz). Der 58-Jährige hatten bei der Bundestagswahl 2021 den Wiedereinzug in den Bundestag verpasst. Künftig wird Heinrich gemeinsam mit dem bisherigen Generalsekretär Reinhardt Schink die neue hauptamtliche Vorstands-Doppelspitze der Allianz bilden.
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