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politik.ead.de
 
 
Newsletter des Politikbeauftragten
 
28. August 2026
 
 
 
 
Seid still und erkennt, dass ich Gott bin!
 
(Psalm 46,11a)
 
 
Liebe Freunde und Geschwister, 
 
die Zeit, in der wir aktuell leben, kann sich immer wieder, manchmal sogar über einen längeren Zeitraum ohne Pause, so anfühlen, als müssten wir ständig auf der Hut sein, gegen Anfeindungen kämpfen oder einfach nur den Kopf über Wasser halten. Politische Erdbeben rütteln uns regelmäßig auf, mögen sie von weit her kommen – wie Berichte von Kriegen, Terrorismus oder dem gefühlten Zusammenbruch der Demokratie auf der anderen Seite der Erdkugel – oder ganz nah sein – wie Radikalisierung der Politik in unserem eigenen Land, dem Rücktritt geschätzter Politiker oder offener Streit in unserer Regierung.  
 
Neben dem Auftrag an uns Christen, in die Welt zu gehen und Anteil an ihren Entwicklungen zu nehmen, dürfen wir nicht vergessen, dass unser Herr uns geradezu dazu auffordert, in Ihm Trost zu finden: „ Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin; ich werde erhöht sein unter den Nationen, erhöht auf der Erde. Der HERR der Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Gott Jakobs.“ (NeÜ) Psalm 46 ist gerade dann relevant, wenn wir uns fühlen, als würde die Last der Welt auf unseren Schultern ruhen. Doch der Herr des Universums, unser himmlischer Vater, ermahnt uns manchmal ganz sanft und zärtlich, manchmal mächtig und majestätisch, dass Er Anfang und Ende aller Dinge ist und die Welt in seinen Händen hält. Der sicherste Ort für uns Menschen ist dort, wenn wir Seinen Willen erforschen und auf Seinen Wegen unterwegs sind. Dann können wir mit Zuversicht rufen: „Der HERR ist für mich, ich werde mich nicht fürchten. Was könnte ein Mensch mir tun?“ (Psalm 118,6) 
 
Es grüßen euch herzlich mit dem Shalom des Höchsten 
 
Frank Heinrich 
mit Dorothea Kirschner, Norina Welteke und Tobias Hofsommer 
 
 
Mosaik in der Magdala's Chapel am See Genezareth, Israel
 
Mosaik in der Magdala's Chapel am See Genezareth, Israel
 
 
 
 
 
Freedom of Religion or Belief
Internationale Ministerialkonferenz in Berlin
 
Es war eine große Ehre, als Evangelische Allianz in Deutschland an dieser hochrangigen Konferenz, die nach London und Prag diesmal in Berlin stattfand, eingeladen zu sein. Etwa 100 Vertreter aus rund 30 Ländern haben im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unter der Schirmherrschaft von Svenja Schulze über Religions- und Bekenntnisfreiheit im Zeichen von AI (Künstlicher Intelligenz) diskutiert. Neben sehr konstruktiven Beiträgen war die Interaktion mit vielen Teilnehmern, unter anderem Prof. Dr. Thomas Schirrmacher (u.a. Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte) und Fernanda San Martin Carrasco (Direktorin des International Panel of Parlamentarians for Religion or Belief, in dem ich, Frank, noch Mitglied sein darf) äußerst bereichernd.

Im Vorfeld des Treffens hatte ich die Gelegenheit, mit drei hohen politischen Vertretern aus dem Umfeld des Premierministers von Großbritannien wertvolle und glaubenstiefe Gespräche zu führen. Solche "Himmelsbegegnungen" beflügeln mich immer wieder für die Arbeit, die ich tue.

Eine Konferenzszene mit einem Publikum, das einem Vortrag zuhört. Auf der Bühne stehen zwei Personen, eine Frau spricht, während ein Mann daneben steht. Im Vordergrund ist ein Mann in orangefarbener Robe zu sehen, der sich von den anderen abhebt. (Text KI generiert)
 
Zwei Männer stehen auf einem Balkon mit Blick auf eine Stadtlandschaft. Im Hintergrund sind Wolken und einige Gebäude sichtbar, darunter ein hoher Fernsehturm. Beide tragen formelle Kleidung und lächeln in die Kamera. (Text KI generiert)
 
 
 
 
 
Menschenhandel und Prostitution in Deutschland
Anhörung im Bundestag
 
Langsam bekommt das Thema mehr Öffentlichkeit: Prostitution ist in Deutschland laut der aktuellen Gesetzeslage legal und wird gesellschaftlich gerne "als eine Dienstleistung wie jede andere" bezeichnet. Deutschland ist ein "lohnender Markt" für sowohl "Angebot" als auch "Nachfrage" bis über unsere Grenzen hinaus. Die erschreckende Realität eines großen Teils des Prostitutionsgewerbes in Deutschland ist jedoch geprägt von Gewalt, Zwang, Entmenschlichung. Menschenhandel ist an der Tagesordnung und ist polizeilich oft schwer zu unterbinden.

Eine Idee für einen grundlegenden Paradigmenwechsel – und für mehr Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Würde – ist das "nordische Modell". Dabei wird der Kauf von Prostitution kriminalisiert, das Machtverhältnis gedreht und gibt Frauen die Möglichkeit Gewalttäter anzuzeigen, ohne Angst vor negativen rechtlichen Konsequenzen für sie selbst zu haben. In Schweden wurden dazu in den letzten Jahren gute Erfolge gemacht, der Handel mit Menschen ging zurück.

Dieses Thema wurde nun auch am 23. September in einer Anhörung im Familienausschuss thematisiert. Wir waren vor Ort als Zuschauer dabei und konnten die intensive Stimmung live erleben – einerseits große Leidenschaft, Frauen in Zwangslagen zu helfen, insbesondere bei SPD und CDU und den von ihnen geladenen exzellenten Expertinnen und Experten, und andererseits die Angst, dass die Prostitution komplett in den Untergrund rutscht, teils gepaart mit einer dem Zeitgeist entsprechenden Romantisierung selbstbestimmter Sexarbeiterinnen und Verharmlosung der Tatsachen.

Schaut euch gerne die Anhörung an, sie ist als Video verfügbar. Auf der Webseite finden sich auch verschiedene Stellungnahmen zum Thema. Und betet mit uns, dass gemäß Lukas 8,17 alles Verborgene ans Licht kommt und die unermessliche Ungerechtigkeit, die vor allem Frauen in diesem Bereich geschieht, endlich beendet wird.

Frank Heinrich und Dorothea Kirschner waren übrigens auch Freitagabend (nach Fertigstellung dieses Newsletters) bei einer weiteren Veranstaltung, gemeinsam mit Abgeordneten verschiedener Parteien zu diesem Thema, bei der unter anderem erörtert wurde, wie weit man auf dem Weg hin zu einer neuen Gesetzeslage ist.
 
 
 
 
 
Vierte Konferenz der Lausanner Bewegung
Seoul, Südkorea
 
Vor 50 Jahren wurde die Lausanner Bewegung, eine weltweites Bündnis zur Förderung der Weltevangelisation, unter anderem durch Billy Graham gegründet. Ende September fand nun die vierte Lausanner Konferenz in Seoul, Südkorea statt. Frank Heinrich vertrat die Evangelische Allianz in Deutschland e.V. und berichtet:

"Einer der für mich bewegendsten Momente, der irgendwie auch symptomatisch für die Tage in Seoul steht, war die Schilderung der Lage rund um Israel für die leidenden Menschen von einer Palästinenserin; sie hat dies auf so gute Weise gelöst, dass selbst jüdische Personen im Raum Applaus geben konnten. Ähnliche Momente waren wie eine Perlenkette durch den Kongress zu finden, unter anderem beim Abschluss, als eine Band aus koreanischen und japanischen Musikern uns etwa 5000 Vertretern aus 202 Ländern in den gemeinsamen Lobpreis führte. Nach der Geschichte, die die beiden Ländern trennt, ein unglaubliches Zeugnis für Vergebung und Einheit in Christus. So viel Freude das kreierte in der be“geisterten“ Gemeinschaft, soviel Tränen flossen als Ausdruck von Gebeten, Begegnungen mit Gott und Mitleiden zu den Vertretern der „leidenden und verfolgten Kirche“. 

Mir gingen einzelne Inhalte und Zitate sehr nah. Zum Beispiel, die vier gefährlichsten Worte in der weltweiten Kirche seien: „Ich brauche dich nicht“ so Michael Oh, der Leiter der Weltweiten Lausanner Bewegung. Das trifft es ziemlich genau. Denn es braucht uns alle. Andere machten es mit anderen Worten deutlich: „Wir müssen die 99 % der Christenheit ausrüsten und von der Seitenlinie aufs Spielfeld bitten und nicht alles den 1 % sogenannten Profis überlassen – auch wenn alle für sie beten. Lokal und Weltweit.“ oder: „Der Auftrag Gottes liegt in den Händen der normalen Menschen“ und: „Erweckung ist in der Geschwindigkeit von Beziehungen unterwegs“.

Zurück in Berlin fand im Anschluss ein Treffen mit dem ehemaligen Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Bishop Efraim Tendero statt, wo er mir die Initiative "Galilean Movement" vorstellte, die jeden Gläubigen ausrüsten möchte, selbst die gute Botschaft in sein direktes Umfeld weiterzutragen. 

Eine Frau steht auf einer Bühne mit erhobenen Armen vor einer großen Kulisse, die eine antike Architektur zeigt. Daneben stehen zwei Männer in Anzügen, die freundlich lächeln, vor einer Weltkarte. (Text KI generiert)
 
Eine Bühne mit dem Logo der Lausanne-Bewegung, auf der mehrere Personen stehen. Daneben eine Gruppe von vier Personen, die vor einem großen roten Schriftzug mit dem Wort "HOPE" posieren. (Text KI generiert)
 
 
 
 
 
Update: Selbstbestimmungsgesetz
Handreichung und Vernetzung
 
Seit dem 1. August diesen Jahres können sich Personen beim Standesamt voranmelden, um ihren Vornamen in Verbindung mit ihrem juristischen Geschlecht im Personenstandsregister zu ändern. Ab dem 1. November 2024 werden die ersten Änderungen vorgenommen werden. Vor dem Hintergrund dieser und weiterer Neuerungen durch das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz hat sich im Auftrag des politischen Büros der EAD eine Experten-Arbeitsgruppe aus der EAD verbundenen Werken und Personen konstituiert, um eine Handreichung zum Thema Trans zu erarbeiten. Diese soll einen möglichst breiten theologisch-anthropologischen Konsens aufzeigen, den wir in der EAD vertreten können, Hinweise zum Umgang mit der neuen Gesetzeslage geben, sowie Leitlinien für die Praxis in Seelsorge und Sexualpädagogik bieten. 

Dorothea Kirschner nahm vor diesem Hintergrund auch an der Mitgliederversammlung des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen und Kitas teil, die sich am 21. September in Kassel intensiv damit befasste, wie sie als christliche Einrichtungen von den gesetzlichen Neuerungen betroffen sein werden. Gleichzeitig wurde mit "Wonderfully Made" ein hervorragendes Konzept christlicher Identitäts- und Sexualerziehung vorgestellt, was schon früh christliche Werte über Leben, Beziehung und Biologie vermittelt. Das macht Hoffnung!
 
 
 
 
Festgottesdienst zur Predigtvereinbarung
Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) und Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)
 
Am 15. September 2024 fand in der französischen Friedrichstadtkirche ein kleines Stück Kirchengeschichte statt. Nach Jahrhunderten, in denen sich das protestantische Lager in zahlreiche Denominationen gespalten hat, gab es nun eine Handreichung, die das wieder gewachsene gegenseitige Vertrauen zwischen der EKD und der VEF offiziell zum Ausdruck bringt: Bischöfin Kirsten Fehrs, Amtierende Ratsvorsitzende der EKD, und Präses der VEF Marc Brenner unterzeichneten eine Vereinbarung zur Predigtgemeinschaft und zum Kanzeltausch zwischen Gemeinden der EKD und der VEF. Die gegenseitige Vertrauenszusprache war bewegend und in Anbetracht der letzten 500 Jahre wirklich historisch. Wir freuen uns sehr, als Evangelische Allianz Zeuge dieses Schrittes gewesen zu sein – und sicherlich waren wir durch die jährliche Allianzgebetswoche, die den Kanzeltausch in den Ortsallianzen ja schon etablierte, ein Teil dieser Entwicklung.

Wir verlinken: den Bericht und die thematische Seite der EKD, den Bericht der VEF sowie den Videomitschnitt vom Festgottesdienst. (Auf beiden Webseiten ist auch die Handreichung für Gemeinden zur Predigtgemeinschaft verlinkt, darüber hinaus finanziert die EKD momentan eine Forschungsstelle, um zu sehen, wie die Predigtgemeinschaft in der Praxis aussieht.)
 
 
 

© Jasmin Jäger, VEF

 
 
 
 
Rückblick: Zeichen der Zeit
Gesellschaftspolitische Tagung in Bad Blankenburg
 
Bis heute nachwirkende Impulse – exzellente Vorträge – intensiver Austausch – herzliche Gemeinschaft – und natürlich die hervorragende Versorgung im Allianzhaus: Gerne blicken wir auf unsere Tagung "Zeichen der Zeit" zurück, die Mitte September nun schon zum zweiten Mal in Bad Blankenburg stattfand. Auf der EAD-Webseite gibt es einen ausführlicheren Bericht – und auch ein aktuelles Bild des Arbeitskreises Politik, für das wir dort die Gelegenheit nutzten.
 
 

 
 
 
 
Kerbala, Irak
Wissenschaftliche Konferenz rund um "Arba'in"
 
Durch langjährige Vorarbeit von David Müller, besonders in seinem Themenschwerpunkt Religionsfreiheit im Irak bei der ojcos-Stiftung, hatten wir zu fünft die Gelegenheit, Teil einer wissenschaftlichen Konferenz rund um die größte jährliche Veranstaltung der Welt, nämlich das schiitische Arba'in-Pilgerfest, zu sein. Dabei durften wir mit Vertretern aus 35 Ländern viel über die Kultur des Irak rund um diesen Pilgermarsch lernen und sehr viel von unserem Glauben an Jesus berichten – sowohl auf der Bühne als auch in persönlichen Begegnungen. Wir werden über diese bewegende Reise noch ausführlicher berichten. Wer in der Zwischenzeit dazu Fragen hat, kann Frank Heinrich gerne eine E-Mail schreiben und ein Telefongespräch vereinbaren.
 
 

 
 
 
 
EAD-Adventsempfang am 27.11.2024
Gleich schon vormerken!
 
Wie gewohnt veranstalten wir zum Beginn der Adventszeit, am 27.11.2024, unseren Adventsempfang – und bieten damit eine Plattform für Vernetzung für alle, die in der Schnittmenge Glaube / Verantwortung / Gesellschaft aktiv sind. Herzliche Einladung! Weitere Infos folgen.
 
 
 
 
 
 
„Erzähl mir vom Frieden!“
Ökumenische FriedensDekade 2024
 
„Seit über 40 Jahren engagiert sich die Ökumenische FriedensDekade für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Jedes Jahr bestimmt ein konfessionell multilateral besetztes Gesprächsforum unter Beteiligung unterschiedlicher Friedensinitiativen in Deutschland ein Motto und bereitet vielfältige Materialien vor, die auf lokaler Ebene von Kirchengemeinden, Friedensinitiativen und ökumenische Gruppen genutzt werden können. Alleine im vergangenen Jahr fanden im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade bundesweit rund 5.000 Einzelveranstaltungen statt. Damit liefern ökumenische Gruppen und Friedensinitiativen an den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag (in diesem Jahr vom 10. – 20. November 2024) einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung des christlichen Friedenszeugnisses und zur friedenspolitischen Willensbildung in Kirchen, Schulen und Gesellschaft.“ 
 
Seid dabei und organisiert eure eigene Veranstaltung für den Frieden!
 
 

https://www.friedensdekade.de/impulstext-zum-jahresmotto-2-2/

 
 
 
 
 
 
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